Abschied nehmen

Die letzten Monate waren wundervoll. Ich habe so viele neue Eindrücke gesammelt und das Gefühl, einen Schatz gehoben zu haben. Der Abschied fällt mir sehr schwer, ich habe mich in dieses Fleckchen Erde verliebt.

Jetzt fliege ich also wieder zurück nach Berlin – und freue mich auch darüber, denn ich werde nun vieles mit anderen Augen sehen.

Abschied von den Studenten

studenten1.jpg

… von meinen Kollegen

kollegen1.jpg

…von meiner WG

wg.jpg

…von meinen Freunden

freunde2.jpg

freunde1.jpg

…und von meinen Lesern;-)

Читатель, мы теперь оставим,

надолго… навсегда. (…)

Поздравим

Друг друга с берегом. Ура!

Давно б (не правда ли?) пора!

(Pushkin)

Advertisements

Der Führerschein in Kirgistan

….hat scheinbar die Form und das Aussehen von Banknoten. Hier ein Video von den sogenannten „Gaishniki“, die sich täglich auf Bishkeks Straßen die Taschen füllen.

Osh – „DIE ANDERE Stadt Kirgistans“

… so wurde mir Osh kurzerhand beschrieben. Und obwohl der Reiseatlas von gezählten 16 Städten in Kirgistan spricht, ist es nunmal so: es gibt Bishkek und dann gibt es halt noch Osh. Osh liegt im Süden des Landes im kirgisischen Teil der Ferghanatales. Das Ferghanatal gehört zu großen Teilen Usbekistan an und in Osh ist Usbekistan sehr präsent: auf der Straße ist fast mehr Usbekisch zu hören denn Kirgisisch – und das Russische scheint hier nicht wirklich angekommen zu sein. Aus Bishkek kommen ist Osh also fast wie ein anderes Land.

Der Flug nach Osh ist abenteuerlich: eine kleine Propellermaschine, die aussieht wie eine Marschrutka mit angeklebten Flügeln, fliegt ZU tief über die Berge, die ganze Maschine wackelt und ächzt und landet schließlich mit lautem krachen und knarzen. HILFE!

flugzeug1.jpg

In Osh selbst gibt es nicht wirklich viel zu tun – im Sommer kann der geneigte Reisende jedoch viel Zeit auf den Terrassen der Teehäuser verbringen (die Preise sind höchstens ein Drittel der Bishkeker Preise: ein gutes Abendessen kostet nicht mehr als 1,20 €, Taxifahrten innerhalb der ganzen Stadt höchstens 1 €).

lagman.jpg

Außerdem muß der Reisende den Hügel Suleymantoo besteigen.

osh_regen.jpg

ich_suleymantoo.jpg

Es ist ein heiliger Berg in der Mitte der Stadt (wirklich, die Stadt ist rund um den Berg gebaut) – oben angelangt, sollte frau den Fruchtbarkeitsfelsen herunterrutschen

ich_rocksliding.jpg

(die erste Frage, die mir von jedem Bishkeker nach der Reise gestellt wurde, war, ob ich denn auch diesen Felsen heruntergerutscht sei…). Und dann gibt es noch einen sehr großen Bazar:

bazar1.jpg

und wäre British Airways nicht so streng mit dem Gepäck, würde ich Früchte und Gemüse und usbekischen Reis nach Deutschland bringen, denn unter der ständig scheinenden Sonne im Ferghanatal scheint alles besonders gut zu reifen (natürlich war ich sozusagen am einzigen Regentag des Jahres in Osh unterwegs…).

Und noch etwas ist lohnenswert an Osh: die Reise zwischen Bishkek und Osh im Auto. Im Taxi jedoch nur für Menschen mit guten Nerven zu empfehlen. Hin- und hergerissen zwischen Todesangst und Bewunderung für die Schönheit des Gebirges saß ich 10 Stunden lang im Taxi.

fahrer_rueckspiegel.jpg

berggipfel1.jpg

Am Ende überwiegt die Freude über das unglaublich schöne Panorama, das sich dem Betrachter zunächst im Ferghanatal, dann bei der Fahrt über die Gebirgspässe und schließlich bei der Talfahrt in Richtung Bishkek darbietet.

Und hier noch einige Eindrücke von der Fahrt:

schneelandschaft2.jpg

waescheleine.jpg

berggipfel2.jpg

Toiletten am Gebirgspass:

ich_klos.jpg
mit meinen Weggefährten Mamed und Bryan

mabryich.jpg

…und mit dem vierten im Bunde – Tolkun.

tolkunundich_gipfel.jpg

Kommentar des Fahrers zu folgendem Bild: „шашлик идет“ (shashlik crossing)

shashlik_idet.jpg

So viel zum Frühling

Meine Skepsis, was den nahenden Frühling anbetrifft, scheint gerechtfertigt. Als ich heute aus dem Haus ging sah es so aus:

schneefall2.jpg

schneefall1.jpg

schneefall3.jpg

Almaty oder auch „Der teuerste Espresso meines Lebens“

1. Almaty ist eine richtige Stadt. Es gibt Strassenbahnen, Busse und Cafes mit richtigem Kaffee.

2. Deshalb ist Almaty sehr teuer. Ich als alter „Bishkek-Hase“ habe mir abgewöhnt, vor meiner Bestellung im Restaurant das Menü zu konsultieren – in Almaty kann das fatale Konsequenzen haben: ich fiel vor Schreck fast vom Stuhl, als ich die Rechnung für meinen Espresso bekam (ach, Almaty ist ja so europäisch, man kann sogar Espresso an der Bar trinken und dabei aus dem großen Glasfenster schauen!): 5 €.

3. In Almaty haben Fußgänger Rechte: es gibt sogar Ampeln mit Ampelmännchen und Zebrastreifen, die beachtet werden. Aus Bishkek kommend ist es gar nicht so einfach, die stete Angst vor der nächsten Straßenüberquerung loszuwerden.

4. In Almaty wird Zivilisation mit Geld gleichgesetzt. Ergo kann der gemeine Zentralasientourist als solcher sich in dieser Stadt nichts leisten.

5. Almaty ist toll!

Hier ein paar Eindrücke…

almaty_ausblick1.jpg

Im Abaj Theater

ballett1.jpg

fassade1.jpg

fassade3.jpg

moschee3.jpg

Sehr sovjetisch…

sovjetisch3.jpg
strassenbahn.jpg
Zhenkov Kathedrale zhenkov_kirche2.jpg

Medeo, die höchstgelegene olympische Eislaufbahn der Welt.

medeo1.jpg

medeo_ich6.jpg

…mit Kadyr:

medeo_kadyrundich2.jpg

Auf dem Markt in Almaty:

… getrocknete Früchte

rynok_frukty.jpg

… Honig

rynok_med1.jpg

… Salate

rynok_salat.jpg

… und Pferdefleisch

rynok3.jpg

Fahrt in einer Kabelbahn – ANGST

gondel_angst.jpg

Und noch eines: Mit großer Überraschung und ein bisschen Heimweh sah ich folgendes Schild in einem Hinterhof – während eines Spazierganges in Almaty: „Bamberg“

bamberg1.jpg

Warten auf den Frühling

Alles wartet auf den versprochenermaßen warmen, milden und sonnigen Frühling. Er steht schon vor der Tür, wird gemunkelt. Gespanntes Aufhorchen bei der Wetteransage im Radio: Hat der Sprecher grade -5 oder -15° gesagt? Mist, wieder -15°.

Die Sonne wärmt schon wieder kräftiger. Oder ist das Einbildung? Im März, im März wird es viiiiiiiel wärmer, versichert man sich.

Ich als Mitteleuropäerin kann mir schwerlich vorstellen, dass das Wetter von -15° bis -25°C im Februar schlagartig (denn so scheinen mir die Prognosen) am 1. März in sonnige +10°C umschlägt. Aber ich lass mich gerne überraschen.

Und hier noch einige nette Photos von einem Spaziergang in Bishkek:

bunker1.jpgbunker3.jpgbunker4.jpg

Immer wieder stehe ich fassungslos vor architektonischen Greueltaten wie diesen. Weder Form noch Funktion, aber vielleicht konnte die entfernte Ähnlichkeit mit einer kirgisischen Jurte den Bauherren überzeugen…

Vodka gegen Radioaktivität

Habe grade einen interesanten Artikel gelesen:

Residents of the town of Mailuu-Suu in Kyrgyzstan are accustomed to living next to radioactive waste.

Some locals even joke that they need radiation to survive.

„It’s in our blood. We can’t breathe without it; we can’t live without it,“ said Sultanbek Eshmanbetov, chuckling (…).