… so wurde mir Osh kurzerhand beschrieben. Und obwohl der Reiseatlas von gezählten 16 Städten in Kirgistan spricht, ist es nunmal so: es gibt Bishkek und dann gibt es halt noch Osh. Osh liegt im Süden des Landes im kirgisischen Teil der Ferghanatales. Das Ferghanatal gehört zu großen Teilen Usbekistan an und in Osh ist Usbekistan sehr präsent: auf der Straße ist fast mehr Usbekisch zu hören denn Kirgisisch – und das Russische scheint hier nicht wirklich angekommen zu sein. Aus Bishkek kommen ist Osh also fast wie ein anderes Land.
Der Flug nach Osh ist abenteuerlich: eine kleine Propellermaschine, die aussieht wie eine Marschrutka mit angeklebten Flügeln, fliegt ZU tief über die Berge, die ganze Maschine wackelt und ächzt und landet schließlich mit lautem krachen und knarzen. HILFE!

In Osh selbst gibt es nicht wirklich viel zu tun – im Sommer kann der geneigte Reisende jedoch viel Zeit auf den Terrassen der Teehäuser verbringen (die Preise sind höchstens ein Drittel der Bishkeker Preise: ein gutes Abendessen kostet nicht mehr als 1,20 €, Taxifahrten innerhalb der ganzen Stadt höchstens 1 €).

Außerdem muß der Reisende den Hügel Suleymantoo besteigen.


Es ist ein heiliger Berg in der Mitte der Stadt (wirklich, die Stadt ist rund um den Berg gebaut) – oben angelangt, sollte frau den Fruchtbarkeitsfelsen herunterrutschen

(die erste Frage, die mir von jedem Bishkeker nach der Reise gestellt wurde, war, ob ich denn auch diesen Felsen heruntergerutscht sei…). Und dann gibt es noch einen sehr großen Bazar:

und wäre British Airways nicht so streng mit dem Gepäck, würde ich Früchte und Gemüse und usbekischen Reis nach Deutschland bringen, denn unter der ständig scheinenden Sonne im Ferghanatal scheint alles besonders gut zu reifen (natürlich war ich sozusagen am einzigen Regentag des Jahres in Osh unterwegs…).
Und noch etwas ist lohnenswert an Osh: die Reise zwischen Bishkek und Osh im Auto. Im Taxi jedoch nur für Menschen mit guten Nerven zu empfehlen. Hin- und hergerissen zwischen Todesangst und Bewunderung für die Schönheit des Gebirges saß ich 10 Stunden lang im Taxi.


Am Ende überwiegt die Freude über das unglaublich schöne Panorama, das sich dem Betrachter zunächst im Ferghanatal, dann bei der Fahrt über die Gebirgspässe und schließlich bei der Talfahrt in Richtung Bishkek darbietet.
Und hier noch einige Eindrücke von der Fahrt:



Toiletten am Gebirgspass:

mit meinen Weggefährten Mamed und Bryan

…und mit dem vierten im Bunde – Tolkun.

Kommentar des Fahrers zu folgendem Bild: „шашлик идет“ (shashlik crossing)
