Bishkek

Abschied nehmen

März 13, 2008 · 2 Kommentare

Die letzten Monate waren wundervoll. Ich habe so viele neue Eindrücke gesammelt und das Gefühl, einen Schatz gehoben zu haben. Der Abschied fällt mir sehr schwer, ich habe mich in dieses Fleckchen Erde verliebt.

Jetzt fliege ich also wieder zurück nach Berlin – und freue mich auch darüber, denn ich werde nun vieles mit anderen Augen sehen.

Abschied von den Studenten

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… von meinen Kollegen

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…von meiner WG

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…von meinen Freunden

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…und von meinen Lesern;-)

Читатель, мы теперь оставим,

надолго… навсегда. (…)

Поздравим

Друг друга с берегом. Ура!

Давно б (не правда ли?) пора!

(Pushkin)

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Der Führerschein in Kirgistan

März 10, 2008 · Kommentar schreiben

….hat scheinbar die Form und das Aussehen von Banknoten. Hier ein Video von den sogenannten „Gaishniki“, die sich täglich auf Bishkeks Straßen die Taschen füllen.

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Osh – „DIE ANDERE Stadt Kirgistans“

März 6, 2008 · 2 Kommentare

… so wurde mir Osh kurzerhand beschrieben. Und obwohl der Reiseatlas von gezählten 16 Städten in Kirgistan spricht, ist es nunmal so: es gibt Bishkek und dann gibt es halt noch Osh. Osh liegt im Süden des Landes im kirgisischen Teil der Ferghanatales. Das Ferghanatal gehört zu großen Teilen Usbekistan an und in Osh ist Usbekistan sehr präsent: auf der Straße ist fast mehr Usbekisch zu hören denn Kirgisisch – und das Russische scheint hier nicht wirklich angekommen zu sein. Aus Bishkek kommen ist Osh also fast wie ein anderes Land.

Der Flug nach Osh ist abenteuerlich: eine kleine Propellermaschine, die aussieht wie eine Marschrutka mit angeklebten Flügeln, fliegt ZU tief über die Berge, die ganze Maschine wackelt und ächzt und landet schließlich mit lautem krachen und knarzen. HILFE!

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In Osh selbst gibt es nicht wirklich viel zu tun – im Sommer kann der geneigte Reisende jedoch viel Zeit auf den Terrassen der Teehäuser verbringen (die Preise sind höchstens ein Drittel der Bishkeker Preise: ein gutes Abendessen kostet nicht mehr als 1,20 €, Taxifahrten innerhalb der ganzen Stadt höchstens 1 €).

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Außerdem muß der Reisende den Hügel Suleymantoo besteigen.

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Es ist ein heiliger Berg in der Mitte der Stadt (wirklich, die Stadt ist rund um den Berg gebaut) – oben angelangt, sollte frau den Fruchtbarkeitsfelsen herunterrutschen

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(die erste Frage, die mir von jedem Bishkeker nach der Reise gestellt wurde, war, ob ich denn auch diesen Felsen heruntergerutscht sei…). Und dann gibt es noch einen sehr großen Bazar:

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und wäre British Airways nicht so streng mit dem Gepäck, würde ich Früchte und Gemüse und usbekischen Reis nach Deutschland bringen, denn unter der ständig scheinenden Sonne im Ferghanatal scheint alles besonders gut zu reifen (natürlich war ich sozusagen am einzigen Regentag des Jahres in Osh unterwegs…).

Und noch etwas ist lohnenswert an Osh: die Reise zwischen Bishkek und Osh im Auto. Im Taxi jedoch nur für Menschen mit guten Nerven zu empfehlen. Hin- und hergerissen zwischen Todesangst und Bewunderung für die Schönheit des Gebirges saß ich 10 Stunden lang im Taxi.

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Am Ende überwiegt die Freude über das unglaublich schöne Panorama, das sich dem Betrachter zunächst im Ferghanatal, dann bei der Fahrt über die Gebirgspässe und schließlich bei der Talfahrt in Richtung Bishkek darbietet.

Und hier noch einige Eindrücke von der Fahrt:

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Toiletten am Gebirgspass:

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mit meinen Weggefährten Mamed und Bryan

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…und mit dem vierten im Bunde – Tolkun.

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Kommentar des Fahrers zu folgendem Bild: „шашлик идет“ (shashlik crossing)

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So viel zum Frühling

Februar 22, 2008 · 1 Kommentar

Meine Skepsis, was den nahenden Frühling anbetrifft, scheint gerechtfertigt. Als ich heute aus dem Haus ging sah es so aus:

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Almaty oder auch „Der teuerste Espresso meines Lebens“

Februar 18, 2008 · 1 Kommentar

1. Almaty ist eine richtige Stadt. Es gibt Strassenbahnen, Busse und Cafes mit richtigem Kaffee.

2. Deshalb ist Almaty sehr teuer. Ich als alter „Bishkek-Hase“ habe mir abgewöhnt, vor meiner Bestellung im Restaurant das Menü zu konsultieren – in Almaty kann das fatale Konsequenzen haben: ich fiel vor Schreck fast vom Stuhl, als ich die Rechnung für meinen Espresso bekam (ach, Almaty ist ja so europäisch, man kann sogar Espresso an der Bar trinken und dabei aus dem großen Glasfenster schauen!): 5 €.

3. In Almaty haben Fußgänger Rechte: es gibt sogar Ampeln mit Ampelmännchen und Zebrastreifen, die beachtet werden. Aus Bishkek kommend ist es gar nicht so einfach, die stete Angst vor der nächsten Straßenüberquerung loszuwerden.

4. In Almaty wird Zivilisation mit Geld gleichgesetzt. Ergo kann der gemeine Zentralasientourist als solcher sich in dieser Stadt nichts leisten.

5. Almaty ist toll!

Hier ein paar Eindrücke…

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Im Abaj Theater

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Sehr sovjetisch…

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Zhenkov Kathedrale zhenkov_kirche2.jpg

Medeo, die höchstgelegene olympische Eislaufbahn der Welt.

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…mit Kadyr:

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Auf dem Markt in Almaty:

… getrocknete Früchte

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… Honig

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… Salate

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… und Pferdefleisch

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Fahrt in einer Kabelbahn – ANGST

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Und noch eines: Mit großer Überraschung und ein bisschen Heimweh sah ich folgendes Schild in einem Hinterhof – während eines Spazierganges in Almaty: „Bamberg“

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Warten auf den Frühling

Februar 12, 2008 · 2 Kommentare

Alles wartet auf den versprochenermaßen warmen, milden und sonnigen Frühling. Er steht schon vor der Tür, wird gemunkelt. Gespanntes Aufhorchen bei der Wetteransage im Radio: Hat der Sprecher grade -5 oder -15° gesagt? Mist, wieder -15°.

Die Sonne wärmt schon wieder kräftiger. Oder ist das Einbildung? Im März, im März wird es viiiiiiiel wärmer, versichert man sich.

Ich als Mitteleuropäerin kann mir schwerlich vorstellen, dass das Wetter von -15° bis -25°C im Februar schlagartig (denn so scheinen mir die Prognosen) am 1. März in sonnige +10°C umschlägt. Aber ich lass mich gerne überraschen.

Und hier noch einige nette Photos von einem Spaziergang in Bishkek:

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Immer wieder stehe ich fassungslos vor architektonischen Greueltaten wie diesen. Weder Form noch Funktion, aber vielleicht konnte die entfernte Ähnlichkeit mit einer kirgisischen Jurte den Bauherren überzeugen…

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Vodka gegen Radioaktivität

Februar 6, 2008 · Kommentar schreiben

Habe grade einen interesanten Artikel gelesen:

Residents of the town of Mailuu-Suu in Kyrgyzstan are accustomed to living next to radioactive waste.

Some locals even joke that they need radiation to survive.

„It’s in our blood. We can’t breathe without it; we can’t live without it,“ said Sultanbek Eshmanbetov, chuckling (…).

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Frühlingshafte -10° und kein Strom

Januar 30, 2008 · Kommentar schreiben

Die Sonne scheint, die Vögel – wahrscheinlich eine kirgisische, besonders robuste Vogelart – zwitschern und es ist deutlich zu spüren: der Frühling naht. Schon leichte Jacken und Übergangskleidung tragende Männer und Frauen begegnen mir auf der Straße und ich bin erstaunt: immerhin schwankt das Thermometer noch zwischen -2 und -10°C tagsüber.

Naja, aber die Kraft der Einbildung hat ja auch schon zu Sowjetzeiten zu merkwürdigen Auswüchsen geführt. So wurden in den 30er und 40er Jahren in Moskau vermehrt riesige Balkone bei Neubauten eingeplant und zu „Wohnraum“ erklärt – durch die sowjetische Gemeinschaft entstehe eine fühlbare Erwärmung und mache diesen „Wohnraum“ nutzbar. Die Erwärmung (Otteplenije) oder auch das „Tauwetter“, von dem nach Stalins Tod 1953 die Rede war, ist davon jedoch zu unterscheiden.

Hier in Bishkek ist jedoch momentan ebenfalls ständig die hoffnungsfrohe Rede von otteplenie,die Augen zweifelnd zum Himmel erhoben. Es gibt Gründe für die verzweifelte Beschwörung des Tauwetters: einer der grossen Stauseen Kirgistans, dessen Wasser Bishkeks Wasserkraftwerk antreibt ist zu leer. Das heisst, der Wasserdruck ist mittlerweile zu schwach, um das Kraftwerk auszulasten. Würde der Schnee und das Eis abtauen, würde sich der Toktogul-Stausee wieder füllen und wir alle hätten wieder Strom.

Doch noch ist die Hoffnung vergebens und täglich sitzen plötzlich ganze Bezirke im Dunkeln. In diesen Bezirken hören dann alle auf zu arbeiten, die Supermärkte und Geschäfte schließen und auf den Straßen entsteht durch die ausfallenden Ampeln ein Verkehrschaos. Jeden Tag.

Die pragmatischen Kirgisen shen darin jedoch immer noch etwas Positives: es ist nicht so schlimm wie in Tajikistan! In Tajikistan fielen der kälteste Winter seit 25 Jahren und eine immense Strom- und Gaspreiserhöhung von Usbekischer Seite zusammen. Nur in der Hauptstadt Dushanbe gibt es noch „regelmässig“ Strom: regelmässige 3 Stunden am Tag.

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-25°C

Januar 25, 2008 · Kommentar schreiben

So kalt ist es dieser Tage in Bishkek. Eine eisige Kälte, die in die entblößten – mit Fett eingeriebenen – Wangen beisst.

Der Himmel ist grau von schweren Schnee versprechenden Wolken. Alle 3-4 Tage schneit es, der flockige trockene Schnee legt sich auf den gefrorenen Boden, auf dem schon so viele Eisschichten zu einem festen Untergrund zusammengestampft wurden, dass die ursprüngliche Konsistenz und Farbe des Bodens nicht mehr zu sehen ist. Beton oder Erde oder Kies? Und wo sind all die Löcher und Krater und Stolpersteine? Das merke ich erst dann, wenn ich bereits drinstecke bzw. darüberfalle. Der Boden ist zudem spiegelglatt. Das Leben hat sich merklich verlangsamt, alle bewegen sich in Zeitlupentempo – bis auf die Marshrutkas, die nachwievor rücksichtslos über die vereisten Strassen rasen. (Die Beihilfe zweier koreanischer Unternehmer zum präsidialen Beschluss, im neuen Jahr das Marshrutkasystem mit echten Stadtbussen zu ersetzen, wurde hart bestraft.)

Zumindest ist dieser Winter – was Wind und Feuchtigkeit angeht – wesentlich angenehmer als die Berliner Winter. Unbedingt zu berücksichtigen sind jedoch folgende drei Regeln: Das Gesicht gut mit wasserloser Creme einfetten (das Wasser in normalen Cremes gefriert an der Luft sofort und reisst die Haut ein), flache (und warme, aber das versteht sich ja von selbst) Schuhe mit gutem Profil tragen und „Kapusta“ (Kohl), das Äquivalent zum Zwiebelprinzip. Wenn ich also, wie ein Michelinmännchen ausstaffiert, ein Restaurant betrete und an meinem Sitzplatz beginne, mich aus den obersten Schichten meiner Bekleidung zu schälen, nicken meine Freunde mir anerkennend zu und kommentieren: „Kak kapusta – chorosho!“

Leider helfen all diese Vorsichts- und Überlebensmaßnahmen nicht, wenn die staatlich konntrollierte Gas- und Elektrizitätszufuhr rationiert wird. Im Stundentakt werden in allen Aussenbezirken reihum – in den Innenbezirken wohnen ja Mafia und Politiker, denen solcherlei nicht gefiele – Licht oder Gas oder beides abgestellt und nach Belieben (oder ich habe mal wieder das System nicht durschaut!) wieder angestellt. Wir sitzen also frierend im Dunkeln und warten darauf, dass die Zivilisation in Form von lebensnotwendiger Energie uns wieder erreicht.

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Das sowjetische Erbe

Januar 14, 2008 · 1 Kommentar

In den Bergen Kirgistans, im idyllischen Alamedintal unweit von Bishkek ist die Sowjetunion immernoch lebendig: Das Sanatorium Teplye Kljuchi, das in eben diesem Tal aufgrund der dortigen heißen Quelle erbaut wurde.

Den Besucher begrüßt am verrosteten Eingangstor ein angekratztes Metallschild: „Harmonie mit der Natur“ steht darauf geschrieben.

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Einige Meter weiter steht rechterhand ganz in diesem Sinne ein riesieger Betonklotz mit merkwürdigen Verzierungen aus Beton und Metall. „Das Sanatorium“, erklärt mit einem Schulterzucken unser Fahrer.

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Den nun schon vor Vorfreude und spannungsvoller Erwartung zitternden Besucher erwartet nach weiteren 500 Metern: das Feriendorf! Nette kleine Betonklötzchen, die Übernachtungsmöglichkeiten (mit unglaublichen Tapeten – die müssen noch original sein! Obwohl solche Tapeten eigentlich doch einen sehr…hm…individuellen Touch haben. Dann vielleicht doch eher kirgisisch denn sowjetisch:-)) bieten,

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gruppieren sich harmonisch in Einheit mit der Natur um die weihnachtlich dekorierte Stolovaja, die Kantine.

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Aber der Besucher lasse sich nicht verschrecken, es lohnt sich doch, nach einem angewiderten Blick auf das bemooste Schwimmbecken im Sanatorium auch einen Blick auf das wunderschöne Tal zu werfen. Nachdem der beherzte Wanderer diese Brücke mit zitternden Knien überwunden hat,

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bietet sich folgendes Panorama:

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